Schule: Die zwölf oberflächlichsten Jahre unseres Lebens

Schule: Die zwölf oberflächlichsten Jahre unseres Lebens

Die Schule ist der Ort, an dem wir die meiste Zeit unserer Jugend verbringen. Grundschule, Gymnasium, Realschule, Oberstufe und schließlich das hoch angesehene Ticket zum erwachsenen Leben: das Abitur. Doch vielen fällt der holprige Weg zum Schulabschluss schwer und daran sind nicht nur die Schüler schuld. Das Deutsche Bildungssystem basiert auf einer immer gleichbleibenden Routine. Der Lehrstoff kritzelt (meist mit unordentlicher Schrift) auf eine grüne Tafel, die Schüler schreiben hektisch mit, heben ab und an ihren Arm um bloß keine schlechte mündliche Note zu bekommen. Am Ende wirkt diese ,,leicht zu erbeutende” Zwei wie Balsam für die Vieren und Fünfen, die so manch einer in den schriftlichen Klausuren erhält. Die Schulzeit prägt die Entwicklung unseres Charakters am intensivsten. Im Alter von fünf bis sieben Jahren, werden wir in den Tunnel der „sechs heiligen Ziffern“ geschmissen und torkeln als junge Erwachsene wieder heraus. In der Hand ein Blatt Papier mit einer Kommazahl. Es soll bestätigen, dass wir nun bereit sind unsere Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Studieren, Arbeiten und Verantwortung für uns selbst übernehmen. Das ist nun die Devise. Nur hat das Konstrukt dieses so perfekt scheinenden Systems eine Sache nicht bedacht: ,,Niemand ist auf das vorbereitet, was das wahre Leben bereithält”. So stehen wir da, bereit zum Studium, zur Ausbildung, zum Auslandsjahr oder…? Nun, das ist die Frage. Was kommt als nächstes? In der Schule lernen wir viele wichtige Inhalte, doch ist nicht alles davon relevant. Es gibt fast keinerlei Möglichkeit, sich seiner selbst bewusst zu werden und zu verstehen was einem eigentlich Spaß macht und wofür man sich tatsächlich begeistert. Bin ich nun ein so großer Physik-Fan, weil mir der Bereich der Naturwissenschaften gefällt oder weil der Lehrer mir immer so tolle Noten gibt? Fasse ich seit Jahren kein Buch mehr an, weil es mir keinen Spaß macht zu lesen oder weil meine Deutschlehrerin mir eingebläut hat, ich wäre eine Schande für die Literatur? Menschen mit viel Potenzial, werden durch das eintönige Schulsystem weder erkannt noch gefördert. Die einzige Art sein Können unter Beweis zu stellen, findet sich im Bulimielernen. Selbstfindung und Interessenentwicklung stehen leider nicht auf dem Stundenplan, dies ist uns ganz selbst überlassen. Doch gibt es einige außerschulische Möglichkeiten, Hobbies zu finden und zu verstehen? Wer sich nicht sicher ist, welches Studium er nach dem Abitur antreten will, kann sich bei den zentralen Studienberatungen verschiedener Unis erkundigen und beratschlagen lassen. Sportvereine und verschiedene andere Kurse lassen sich sehr leicht durch das Internet finden.Auch Nachhilfestunden, wenn man mit dem Lehrstoff nicht zurechtkommt.In Praktika, Auslandsjahre, FSJ und Co. lassen sich wichtige Dinge wie Verantwortung, Selbstbewusstsein, Social Skills, Geduld und Durchsetzungskraft erlernen. Es sind Eigenschaften die uns in der Schule nicht beigebracht werden. Kommen wir zum Fazit. Der Hauptkritikpunkt unseres (nun bestehenden) Schulsystems, ist das Fehlen der Interessenförderung. Es wird nicht auf die Individuen eingegangen, sondern ausschließlich auf die dumpfen Leistungen der Inhaltsaufnahme und Wiedergabe. Eine Methodik, die in jedem Falle überarbeitet und neu ausgelegt werden muss. „In der Schule muss darauf geachtet werden, dass die Kinder nicht allein mit dem Verstande lernen, sondern dass auch das Herz gebildet werde.“, so sagte schon Wilhelm II. Doch leider ist der Weg bis dahin noch lang.

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